Warum Mikroplastik?
Mikroplastik ist kein isoliertes Abfallproblem, sondern Ausdruck eines Systemversagens im Materialdesign. Viele Kunststoffe sind langlebig, funktional und kosteneffizient – aber nicht für ihre gesamte Lebensdauer und ihr End-of-Life konzipiert. Abrieb, Fragmentierung und unkontrollierte Freisetzung führen dazu, dass Mikroplastik dauerhaft in Umwelt und Organismen verbleibt.
Eine nachhaltige Lösung erfordert daher mehr als nachträgliche Filterung: Sie verlangt ein grundlegendes Umdenken in der Materialentwicklung, in Produktionsprozessen und in der Bewertung von Umweltwirkungen.
Mission und Vision
Das Zentrum verfolgt die Mission, Mikroplastik wissenschaftlich fundiert, messbar und wirksam zu vermeiden. Unsere Vision ist eine Materialwirtschaft, in der Polymere so gestaltet sind, dass sie ihre Funktion erfüllen – ohne langfristige ökologische Schäden zu verursachen.
Wir verstehen Mikroplastikvermeidung als eine Kombination aus Prävention, Substitution, Bewertung und Umsetzung:
- Prävention durch Design abbaubarer und abriebminimierter Materialien
- Substitution fossiler Kunststoffe durch biobasierte Alternativen
- Bewertung durch standardisierte Analytik und Lebenszyklusansätze
- Umsetzung durch Transfer in Industrie, Kommunen und Regulierung
Struktur und Einbettung
Das Zentrum ist als interdisziplinäre Plattform organisiert. Es vereint universitäre Forschung, außeruniversitäre Institute und Praxispartner aus Industrie und öffentlicher Hand. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitet die strategische Ausrichtung und stellt internationale Anschlussfähigkeit sicher.
Gründung
Die Gründung des Zentrums wurde 2026 mit einer finanziellen Spende aus einem privaten Nachlass ermöglicht.
Leitung
Die initiale Leitung des Zentrums wird von Prof. Cordt Zollfrank und Prof. Volker Sieber übernommen. Beide verbindet eine langjährige Zusammenarbeit in der Entwicklung bioabbaubarer und biobasierter Materialien.