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Projekt „PlantGrid“ mit zwei Professoren des TUM Campus Straubing

TUMCS | PM | 16.06.2020

Zierpflanzen, Stauden oder Schnittblumen sind hierzulande extrem beliebt, vor allem in der Woche vor Muttertag brummt das Geschäft. Dieses Jahr allerdings ist die Nachfrage nach Blumenschmuck oder Sträußen trotz Muttertag eingebrochen, weil aufgrund der Corona-Pandemie viele Veranstaltungen wie Hochzeiten abgesagt wurden. Das Problem, dass die Nachfrage nach gärtnerischen Produkten stark von externen Faktoren wie Witterung, Feiertagen, regionalen Veranstaltungen oder anderen – oftmals noch unbekannten – Einflussfaktoren abhängig ist, besteht für viele Wertschöpfungsketten im Gartenbau.

Da die Wirkung dieser Aspekte für die Unternehmen nur schwer einschätzbar ist, führt dies zu erheblichen Unsicherheiten bei der Disposition und Bestellung der oftmals nur begrenzt haltbaren Ware. Im täglichen Geschäft ergeben sich bei starker Nachfrage Regallücken im Einzelhandel, bei ausbleibender Nachfrage kommt es dagegen nicht nur zu hohen Überbeständen, produzierte Pflanzen müssen sogar vernichtet werden, weil diese schnell verderben.

Ein neues Projekt mit dem Namen „PlantGrid“, an dem mit Prof. Dr. Dominik Grimm und Prof. Dr. Klaus Menrad auch zwei Professoren der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) am Standort Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit der Technischen Universität München (TUM) federführend beteiligt sind, untersucht nun die Möglichkeiten, wie Daten für kleine und mittlere Unternehmen im Gartenbau für die Wertschöpfungsketten von Zierpflanzen, Schnittblumen und Stauden genutzt und verarbeitet werden können. Die HSWT kooperiert in Forschung und Lehre mit dem TUM Campus Straubing in den Themenfeldern nachwachsende Rohstoffe, erneuerbare Energien und Bioökonomie. Ziel des Projektes ist es, Analyse- und Prognosesysteme für den Absatz ausgewählter Blumen und Pflanzen für Unternehmen des Garteneinzelhandels zu erstellen. Bei „PlantGrid“ arbeiten die HSWT und die Hochschule Geisenheim mit mehreren Gärtnereien zusammen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat das Projekt vor Kurzem im Rahmen der Ausschreibung über die „Förderung von Innovationen für einen Gartenbau 4.0“ genehmigt, das Fördervolumen liegt bei rund 1,4 Millionen Euro. Der Projektverbund plant nun eine digitale Anwendung, die es den beteiligten Unternehmen ermöglichen soll, zukünftig datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Dabei werden Zahlen auf der Kunden- und Absatzseite sowie Informationen einbezogen, welche die Beschaffung, Logistik und Produktion der Pflanzen betreffen. „Hierfür werden unter anderem moderne Methoden der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens eingesetzt, um diese komplexen und heterogenen Daten zu analysieren und ein Prognosesystem zu entwickeln“, sagt Dominik Grimm, Professor für Bioinformatik. Im Erfolgsfall wollen die Projektpartner ein mehrgliedriges, digitales Management-Unterstützungssystem für verschiedene Akteure der untersuchten Wertschöpfungsketten entwickeln und erproben.

„In dem ,PlantGrid‛-Projekt sehe ich eine Anwendungsmöglichkeit für digitale Methoden und Algorithmen, die wissenschaftlich spannend sind und für die beteiligten Gartenbaubetriebe einen echten Mehrwert bringen können“, sagt Prof. Menrad, der die Professur Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe leitet.

Im Jahr werden in Deutschland Schnittblumen und Pflanzen im Wert von etwa 8,7 Milliarden Euro verkauft. „Falls wir wirklich den Absatz und die Nachfrage nach gartenbaulichen Produkten wie Tulpen, Orchideen oder Rosen besser abschätzen können, hat das Vorteile für Gartenbaubetriebe auf allen Stufen der Wertschöpfungskette“, sagt Prof. Menrad. „Handelsbetriebe oder direktabsetzende Gartenbaubetriebe haben dann weniger Restbestände, was sich äußerst positiv auf die Nachhaltigkeit und das ökonomische Ergebnis auswirkt.“

Logo Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und ErnährungLogo Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags

Kontakt

Prof. Dr. Dominik Grimm
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit der Technischen Universität München
Leiter der Professur Bioinformatik
Tel: +49 (0) 9421 187-230
dominik.grimm@hswt.de; dominik.grimm@tum.de
www.bit.cs.tum.de

Prof. Dr. Klaus Menrad
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit der Technischen Universität München
Leiter der Professur Marketing und Management Nachwachsender Rohstoffe
Tel: +49 (0) 9421 187-200
klaus.menrad@hswt.de; klaus.menrad@tum.de
www.mnr.cs.tum.de


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