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Zwin­gend not­wen­dig

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Die Großbaustelle an der Uferstraße. Das neue Lehr- und Forschungsgebäude soll im Sommer 2020 fertig werden. Bis der Betrieb aufgenommen werden kann, wird es dann noch ein paar Monate dauern.

Das neue Cam­pus-Ge­bäu­de an der Do­nau wird 2020 fer­tig – wa­rum der Platz den­noch nicht reicht

 

von Sophie Schattenkirchner | Straubinger Tagblatt | 22.09.2018

Bauarbeiter errichten gerade das zweite Obergeschoss des neuen Lehr- und Forschungsgebäudes an der Uferstraße. Im Sommer 2020 soll es fertig sein. Eines ist aber jetzt schon klar: „Es ist nicht die Lösung für all unsere Platzprobleme“, sagt Prof. Dr. Volker Sieber, Rektor des TUM-Campus Straubing.

Das Türmchen des ehemaligen Jugendzentrums erkennt man noch. Es ragt aus einem riesigen rechteckigen Gebilde, verkleidet mit Sperrholzplatten, hervor. Eine gewöhnliche Baustelle, könnte man meinen. Wäre da nicht der Ruß an der Mauer des Türmchens: Der Dachstuhl des ehemaligen Jugendzentrums ist in der Nacht zum 7. Oktober 2017 abgebrannt. Drei Jahre lang hatte man das Gebäude saniert, um darin ab Januar 2018 auf rund 800 Quadratmetern Räume für Verwaltung und Professoren unterzubringen. Derzeit wird das Gebäude rückgebaut, so extrem ist der Schaden durch den Brand und vor allem das Löschwasser.

Ein schmerzhafter Anblick für den Rektor des TUM-Campus. Das Gebäude muss unbedingt saniert werden, sagt Prof. Sieber. Die Mitarbeiter, die eigentlich dort untergebracht hätten werden sollen, sind jetzt im Franziskanerkloster an der Schulgasse einquartiert – somit fehlt dort wiederum Platz.

Ein Audimax mit Platz für 300 Studenten

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Das neue Gebäude an der Uferstraße löst noch nicht alle Platzprobleme des jungen TUM-Campus, sagt Rektor Prof. Dr. Volker Sieber.

Im Neubau an der Uferstraße, mit insgesamt über 4 000 Quadratmetern Nutzfläche, sollen Labore und Büros für vier Professuren Platz finden. „Das klingt erst mal nicht viel“, sagt Prof. Sieber. Doch diese forschen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich und benötigen viel Platz und hohe Räume für ihre Geräte. Besonders wichtig für den neuen TUM-Campus sind die beiden Hörsäle. Die Ausbildung der Studenten finde derzeit in Seminarräumen statt. Das ist nicht ideal, findet Prof. Sieber. Die zwei Hörsäle im neuen Gebäude hingegen kann man flexibel zu einem Audimax kombinieren – dann haben dort 300 Studenten Platz. Will man die Zahl von 1000 Studenten bald möglich erreichen, seien diese Hörsäle zwingend notwendig.

Auch eine Cafeteria wird in das neue Gebäude integriert. „Eigentlich“, sagt er, „bräuchten wir aber etwas Größeres.“ Es gibt die Mensa an der Schulgasse und die neue Cafeteria. Effizienter wäre, eine große Mensa zu betreiben.

Wie soll der Platzmangel gelöst werden? Es gebe in der näheren Umgebung noch Möglichkeiten und natürlich helfe, Studiengänge wie Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt auf Nachwachsenden Rohstoffen im Karmelitenkloster in der Innenstadt einzurichten. „Die kurzen Wege machen unseren Standort doch aus.“ Auch, dass der Campus nicht von der Innenstadt isoliert sei, man diese in wenigen Minuten zu Fuß oder mit dem Rad erreichen könne, sei ein großer Pluspunkt.

Zwei Meter über dem höchsten Pegelstand

207 Großbohrpfähle mit einer Länge von je 25 Metern hat man für den Neubau in den Boden gerammt. Sie durchstoßen die Deponiezone. Denn früher befand sich dort eine Mülldeponie. „Direkt am Fluss! Für mich ist das nach wie vor unverständlich, wie man eine Mülldeponie dorthin bauen konnte.“ Das neue Gebäude beginnt zwei Meter über dem höchsten Pegelstand des Hochwassers 2013. In den nächsten Wochen werden die Sanitäranlagen eingebaut. Für den Innenausbau soll viel Holz verbaut werden, im Norden und Süden hat der Bau eine Holz-Glasfassade. Im Frühjahr, hofft Prof. Sieber, kann Richtfest gefeiert werden. Im Sommer 2020 soll das Gebäude übergeben werden. Es wird dann noch einige Monate dauern, bis es in Betrieb gehen kann. Die Kosten, die der Freistaat übernimmt, werden rund 47 Millionen Euro betragen. „Gebäude auf Pfählen“, sagt Prof. Sieber und lächelt, „können sehr lange bestehen. Man muss nur an Venedig denken.“

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Ein Blick in das Parkdeck unter dem Gebäude. Bei Hochwasser wird das Parkdeck geflutet. Das Gebäude beginnt zwei Meter über dem höchsten Pegelstand des Hochwassers von 2013. Fotos: Sophie Schattenkirchner