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Ehrengäste zum Richtfest des neuen Lehr- und Forschungsgebäudes. Von link: Regierungspräsident Niederbayern Rainer Haselbeck, MdL Josef Zellmeier, StMWK Bernd Sibler, TUM Präsident Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann, Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Rektor Prof. Dr. Volker Sieber, Norbert Sterl Staatliches Bauamt Passau, Projektleiter Christian Volles Fa. Schuster Pechtold Schmidt Architekten GmbH (Bild: Münch / TUMCS)

Richtfest für den Neubau eines Lehr- und Forschungsgebäudes in Straubing

 

Straubinger Tagblatt | Sonja Esmailzadeh | 27.04.2019

Der kompakte Rohbau an der Donau steht – „hochwassersicher auf Stelzen“, sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) über das neue Forschungsgebäude der Technischen Universität München (TUM) in Straubing. Am Freitag fand dessen Richtfest mit knapp 150 Gästen aus Politik, Forschung und Handwerk statt. Der Campus-Bereich soll Ökologie und Ökonomie vereinen und damit Weichen für Zukunftsfragen stellen.

Nachhaltigkeit, Umwelt- und Ressourcenschonung – dafür demonstrieren seit Monaten weltweit Tausende Schüler. Am TUM-Campus in Straubing werden diese Themen in der Forschung vorangetrieben. Der Fokus im Neubau liegt auf nachhaltiger Chemie.

„Wir haben nicht wie andere Regionen der Welt, die Möglichkeit, auf klassische Rohstoffe wie Erdöl und Gold zurückzugreifen, aber wir haben die Köpfe und Herzen unserer jungen Leute. Und wenn wir es gut machen und diesen Rohstoffgeist veredeln, dann haben wir gute Zukunftsperspektiven“, sagte Rainer Haselbeck, Regierungspräsident von Niederbayern, unserer Zeitung.

„Nachhaltigkeit verfängt bei jungen Menschen sehr, aber das muss auch so vermittelt werden, dass man später davon leben kann. Das ist ein wichtiger Diskurs“, sagte TUM-Professor Wolfgang A. Herrmann.

„Mission leben“

In seiner Rede stellte Herrmann heraus, dass Straubing mehr sei als eine TUM-Fakultät, da dort interdisziplinär über klassische Fakultäten hinaus gearbeitet werde.

Straubing könne eine eigene Marke werden und zugleich das Profil der international renommierten TU München schärfen. „In der Schnittstelle zwischen Biotechnologie und Nachhaltigkeit. Das ist die Mission, die wir jetzt leben müssen“, sagte Herrmann über die aktuelle Herausforderung. „Mit der Bioökonomie können wir ein Alleinstellungsmerkmal erreichen.“ Damit würden nicht nur Studenten aus der Region, sondern auch aus anderen Teilen Deutschlands und Übersee angelockt. „Internationalität entwickelt sich dort, wo der richtige Geist herrscht“, resümierte Herrmann. Er habe aber Vertrauen in alle Akteure, dass dies funktioniere.

„Der nervigste Politiker“

Einer dieser Akteure ist der ehemalige Bundestagsabgeordnete Ernst Hinsken (CSU), der im Hintergrund viel für den Campus stemmte und den Herrmann scherzhaft als den „nervigsten und zugleich effizientesten Politiker, den ich kenne“, bezeichnete.

Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU) sagte an Herrmann gerichtet: „Diese Entwicklung trägt ganz wesentlich auch deine Handschrift.“ Pannermayr dankte auch dem Verleger der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, Dr. Hermann Balle, für sein Engagement: „Ehrenbürger Dr. Balle steht wie kein anderer für die Sehnsucht der Bürgerschaft ein, diese Entwicklung erfolgreich zu gehen.“ Der OB freute sich darüber, „dass die Idee nun sichtbar wird“. Das sei auch ein klares Bekenntnis zur Universitätsstadt Straubing.

Auf rund 4 200 Quadratmetern sollen Labors, Büro- und Seminarräume, Cafeteria, Freiflächen und – ein Novum – Hörsäle entstehen. Bisher gab es in den Campus-Gebäuden nur Seminarräume. Das freute besonders den Rektor des TUM-Campus Straubing, Professor Volker Sieber. „Das, was Unis ausmacht, sind Hörsäle“, sagte er und verriet, wohin die Forschungsreise geht. Die Materialforschung solle vorangetrieben werden. „Mikroplastik wird dann als Problem der Vergangenheit angehören.“

Der rund 50 Millionen Euro teure Bau soll im Wintersemester 2020 / 2021 bezugsfertig sein, Baubeginn war im Mai 2017. Aktuell hat Straubing rund 350 Studenten.