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Prof. Volker Sieber forschte als DFG-Stipendiat bei Frances Arnold. Archiv: TCS (Bild: SRT)

Bio­tech­ni­ker in Strau­bing stüt­zen sich auf die Ar­bei­ten von Fran­ces Ar­nold

 

Straubinger Tagblatt | 13.10.2018

Die Arbeiten der frisch gekürten Chemie-Nobelpreisträgerin Frances Arnold zur „gerichteten Evolution“ in der Chemie sind auch für die Biochemie-Forschung am TUM-Campus Straubing von entscheidender Bedeutung. „Erst die Methoden des Enzymengineerings, wie sie von Frances Arnold entwickelt wurden, haben den Aufstieg der Chemischen Biotechnologie ermöglicht“, sagt der Rektor des TUM-Campus, Prof. Volker Sieber, der selbst vor 18 Jahren als DFG-Forschungsstipendiat bei Frances Arnold an diesen Methoden geforscht hat.

Enzyme sind Katalysatoren, die chemische Reaktionen – etwa Gärprozesse bei der Herstellung von Biotreibstoffen – beschleunigen. „Die Natur bietet zwar eine Vielzahl an Katalysatoren, diese aber auf nicht-natürliche Reaktionen auszuweiten, ist essenziell für die nachhaltige Nutzung von biogenen Rohstoffen und damit auch für die Bioökonomie“, erklärt Sieber. Durch die Forschungen Arnolds ist es nun möglich, Enzyme gezielt zu verbessern, um sie in der industriellen Biotechnologie einzusetzen – eine Möglichkeit, von der auch die Wissenschaftler am TUM-Campus bei der Entwicklung nachhaltiger Treibstoffe rege Gebrauch machen.

Neben dem Nobelpreis für Chemie belegt auch der Wirtschaftsnobelpreis die Aktualität der Forschung in Straubing: Ausgezeichnet werden die US-Forscher William Nordhaus und Paul Romer für ihre Arbeiten zu einem nachhaltigen Wachstum. „Die Arbeiten der beiden ausgezeichneten Forscher beweisen, dass Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit sich nicht gegenseitig ausschließen“, sagt Prof. Anja Fasse, Professorin für Umweltpolitik und Ressourcenökonomie und Prorektorin des Campus.