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Engagiert für das Cluster Forst und Holz (von links): Steffen Rathke (Plattform Forst & Holz, Vizepräsident der deutschen Säge- und Holzindustrie), Prof. Dr. Hubert Röder, Sprecher des Clusters Forst Holz Bayern, und Kay Künzel (Architekt). Foto: BMEL

Wer erfolgreich wirtschaften will, braucht ein gutes Netzwerk. Sogenannte Clustermanagement-Organisationen fördern diese Vernetzung erfolgreich seit über 20 Jahren in Deutschland. Davon wusste auch Prof. Dr. Hubert Röder, einer der beiden Sprecher des „Clusters Forst und Holz in Bayern“ und Professor am Wissenschaftszentrum Straubing, bei der Jahrestagung „go-cluster“ am 20. April 2017 in Berlin zu berichten.

„Clusterarbeit muss langfristig gedacht werden“, so Röder in Berlin. Mit der Verabschiedung der „Charta für Holz 2.0“ am 26. April 2017 in Berlin geht daher ein wichtiges Signal der Branche an Politik und Öffentlichkeit. In der Charta werden wichtige Strategiepapiere der Branche gebündelt: Clusterstudien, die Waldstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), die Roadmap des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR) oder die Forschungsagenda der Deutschen Forschungsagenda ForstHolzPapier (FTP) werden hier gesammelt und koordiniert. Die Zielsetzung ist klar: Es soll mehr Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet werden. Bund, Länder und Branchenvertreter haben bei der Konzeption der Charta eng zusammengearbeitet. In sieben prioritären Handlungsfeldern werden die Ziele abgesteckt, die mit den drei Säulen der Charta – Klimaschutz, Wertschöpfung und Ressourceneffizienz – verbunden sind. Dass man in der Holzwirtschaft bei der Charta 2.0 angekommen sei, wo in der Industrie schon von „4.0“ gesprochen wird, wertete Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in seiner Eröffnungsrede nicht als Verspätung – es zeige vielmehr: In der Branche wird nachhaltig gearbeitet und gewirtschaftet.

Im Anschluss überreichte Bundesminister Schmidt einen Förderbescheid an Prof. Dr. Stefan Winter von der TU München. Durch die Förderung wird ein Verbundvorhaben zum Brandschutz finanziert, das die Gleichstellung von Holzbau mit anderen Technologien zum Ziel hat. Einig waren sich die Experten und die Teilnehmer an der abschließenden Diskussionsrunde: Holz muss in einen fairen Kostenwettbewerb mit fossilen Stoffen gebracht werden. Dabei kamen einige Vorschläge und Impulse zur Sprache: von einer besseren Positionierung des Werkstoffs im Designbereich über die Ausgestaltung von Landesbauordnungen bis zu einer „Willkommenskultur für Exil-Baumarten“, die durch den Klimawandel notwendig werde.

Die Veranstaltung zeigte: Nur wenn alle Mitglieder der Branche an einem Strang ziehen, wird es möglich sein, die wie Röder konstatierte, bevorstehende „Riesenaufgabe“ einen öffentlichen Wahrnehmungswandel der Forst- und Holzwirtschaft erfolgreich zu bewirken. Es müsse ins Bewusstsein dringen, dass Deutschland in der Rohstoffwende hin zu einer Bioökonomie eine Vorreiterrolle einnehmen kann und dass die Verwendung von Holz dabei eine zentrale Rolle spielt.

Die neue Charta stellt innerhalb von 19 Maßnahmenpaketen in den sieben Handlungsfelder messbare Zielkriterien vor, die den Einsatz von Holz zur Erreichung der Klimaschutzziele und zur Steigerung der Wertschöpfung im ländlichen Raum ins Zentrum stellen. Zusätzlich werden Entwicklungslinien vorgestellt, die den Einsatz von Holz bei der Erfüllung des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung ins Zentrum stellen. Dazu gehört etwa die verstärkte Verwendung von Holz im Bauwesen: Neben der Erweiterung des Holzbauportfolios beispielsweise in mehrgeschossigem oder öffentlichem Bauen wurde vor allem das Ziel diskutiert, Hemmnisse abzubauen – sowohl in der Mentalität der Branche als auch in den wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

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Engagiert für das Cluster Forst und Holz (von links): Steffen Rathke (Plattform Forst & Holz, Vizepräsident der deutschen Säge- und Holzindustrie), Prof. Dr. Hubert Röder, Sprecher des Clusters Forst Holz Bayern, und Kay Künzel (Architekt). Foto: BMEL

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