Seite auswählen
aktuelles-20171020-Herrmann_Ehrenbuerger_Straubing

TUM-BWL Studierende am TUM Campus Straubing (Bild: TUMCS)

Der Studiengang TUM-BWL verbindet Wirtschaftswissenschaft und nachhaltige Technologien

 

Straubinger Tagblatt | 01.06.2019 | Simon Haas

Ein international renommierter Studiengang an einer Exzellenzuni in einem Feld mit hoher Zukunftsrelevanz – mit diesem Pfund kann der Campus der Technischen Universität München (TUM) in Straubing wuchern. Die Rede ist vom Bachelorstudiengang „Technologie- und Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre“ – kurz TUM-BWL –, der in Straubing mit dem Schwerpunkt Nachwachsende Rohstoffe angeboten wird.

Diese technologische Schwerpunktsetzung sei das „Markenzeichen der Managementstudiengänge an der TUM“, erklärt Prof. Alexander Hübner, Lehrstuhlinhaber für Supply and Value Chain Management in Straubing. Rund 30 Prozent der Kurse werden dabei in technischen Fächern belegt, die übrigen 70 Prozent im betriebswirtschaftlichen Bereich.

Rekordverdächtiges Betreuungsverhältnis

Abgesehen vom Schwerpunkt Nachhaltigkeit sei TUM-BWL in Straubing gleichwertig mit TUM-BWL in München, betont Prof. Claudia Doblinger, die in Straubing eine Professur für Innovation and Technology Management innehat: „Es ist derselbe Studiengang.“ Und der ist international hoch angesehen: Als eine von nur vier Hochschulen in Deutschland hat die TUM in der Betriebswirtschaftslehre eine sogenannte Triple-Crown-Akkreditierung vorzuweisen – alle drei international führenden Akkreditierungsagenturen bestätigen die Qualität des Studiengangs.

Exzellent ist nicht nur die Uni, sondern auch der internationale Hintergrund der Dozenten: Prof. Hübner arbeitete vor seiner Berufung nach Straubing am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA, Prof. Doblinger forschte nur ein paar Kilometer entfernt an der Harvard-Universität.

Zusätzliche Pluspunkte sammelt Straubing beim Betreuungsverhältnis: „Das liegt momentan bei eins zu fünf bis eins zu zehn“, sagt Prof. Hübner. Fünf bis zehn Studenten kommen also auf einen Dozenten. Selbst die meisten Privathochschulen könnten da nicht mithalten, ergänzt Prof. Doblinger: „Für eine staatliche Universität ist das einzigartig.“ Obwohl man sich wünscht, dass die Studentenzahlen in den nächsten Jahren noch nach oben gehen, soll der familiäre Charakter in Straubing ein wichtiger Standortfaktor bleiben.

Für Hübner ein klarer Vorteil: „Das erlaubt uns, intensiver und praxisorientierter mit den Studenten zu arbeiten, als das anderswo möglich ist.“ Studenten seines Lehrstuhls, der sich mit der nachhaltigen Gestaltung von Liefer- und Wertschöpfungsketten beschäftigt, haben etwa mit lokalen Edeka-Märkten zusammengearbeitet, um Möglichkeiten beim Online-Lebensmittelhandel auszuloten.

Statt abstrakter Daten hätten die Studenten damit eine konkrete Fragestellung bearbeitet, erklärt Christian Dethlefs, Doktorand am Lehrstuhl. Der Vorteil: Weil die Studenten ihre Ergebnisse dem betroffenen Unternehmer präsentieren müssen, liegt schon im Studium der Fokus weniger auf theoretischen Überlegungen als auf den Schlussfolgerungen für die unternehmerische Praxis. „Schließlich sitzt da kein Dozent, sondern jemand, der sich dafür interessiert, mit welchen Hebeln er ein Ziel in der Praxis erreichen kann“, erklärt Dethlefs.

Bereichsübergreifendes Denken gefragt

Dass die Kombination aus Management und Technik ein Modell der Zukunft ist, davon sind die TUM-Professoren überzeugt. „Die bloße Spezialisierung in einem Bereich wird immer weniger nachgefragt“, sagt Innovationsforscherin Doblinger. Von Managern würde vielmehr erwartet, dass sie „bereichsübergreifend denken“ und auch die Fachsprache technischer Disziplinen verstünden. „Speziell im Bereich der Nachhaltigkeit geht es darum, ganze Produktionsprozesse umzustellen“, ergänzt Prof. Hübner. „Da ist neben betriebswirtschaftlichem auch technisches Wissen gefragt, um Zusammenhänge zu überblicken.“

Spezielle Förderung für Unternehmensgründer

Zur klassischen betriebswirtschaftlichen Ausbildung, zu der etwa Marketing, Logistik und Wirtschaftsrecht gehören, kommen im Studiengang TUM-BWL mit Schwerpunkt Nachwachsende Rohstoffe daher Kurse in Physik, organischer und anorganischer Chemie oder technischer Thermodynamik. Hinzu komme die „unternehmerische Ausrichtung“ der TUM, erklärt Prof. Doblinger: Von Beginn an lernen die Studenten auch die Grundlagen der Unternehmensgründung und -führung.

Dass die Studenten auch gezielt darauf vorbereitet werden, ihre Ideen in die Gründung eines eigenen Start-ups umzumünzen, ist Prof. Doblinger besonders wichtig: „Wir versuchen die Leute dazu anzuregen, kreativ zu denken und gute Ideen dann auch umzusetzen.“ Unterstützung bietet dabei das „UnternehmerTUM“, das Zentrum für Innovation und Gründung der TU. Das in Garching angesiedelte Zentrum steht den Straubinger Studenten ebenso offen wie alle anderen Einrichtungen der TUM, wie die Professoren betonen.

Und auch bei den etablierten Unternehmen ist die Nachfrage hoch. Neben Industrie, Handel und Unternehmensberatungen seien Banken ein wichtiger Anlaufpunkt für künftige Absolventen: „Für Investmentbanken ist die Frage interessant, in welche Rohstoffmärkte sie künftig investieren sollen.“ Und da steige die Nachfrage nach nachhaltigen Investments, sagt Hübner: „Das Thema Nachhaltigkeit ist in den Unternehmen angekommen.“

Infos zum Studiengang

Alle Fragen rund um das TUM-BWL-Studium in Straubing beantworten ein Webinar am 9. Juli und ein eigener Bewerbertag am 12. Juli. Die Bewerbungsfrist zum Wintersemester läuft noch bis zum 15. Juli.