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Der Vorsitzende des Hochschulvereins Franz Prebeck, TUM-Campus-Rektor Prof. Volker Sieber, Rotary-Präsident Franz Ebenbeck und Preisträger Sumanth Ranganathan (v. l.). (Bild: SRT)

Hochklassig: Zum bereits zehnten Mal wurde der Straubinger Wissenschaftspreis vergeben

 

Straubinger Tagblatt | 24.05.2019

Am Mittwochabend ist der Straubinger Wissenschaftspreis vergeben worden. In der Kategorie „Doktorarbeit“ wurde der aus Indien stammende Chemiker und Bioingenieur Dr.-Ing. Sumanth Ranganathan für eine Arbeit in der Grundlagenforschung ausgezeichnet. In der Kategorie „Masterarbeit“ ging der Preis an Michael Schneider für eine praxisbezogene Arbeit, die dem untersuchten Unternehmen hilft, mehr als eine halbe Million Euro an Heizenergie-Kosten einzusparen.

Der Preis ist mit jeweils 2 000 und 1 000 Euro dotiert und wird zu gleichen Teilen von Verein Hochschulstadt und dem Rotary Club Straubing gestiftet. Es war bereits das zehnte Mal, dass der Preis vergeben wurde, und die öffentliche Resonanz steigt jedes Jahr ein bisschen mehr. Mehr als hundert Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren ins Wissenschaftszentrum gekommen, es war wohl der bisher am besten besuchte Festakt. Sie erlebten die Würdigung einer herausragenden Doktorarbeit durch Laudator und TUM-Campus-Rektor Prof. Volker Sieber.

Der aus Madra in Indien stammende Preisträger Sumanth Ranganathan hatte in einer Grundlagenarbeit Wege gezeigt, um Moleküle zu neuen biobasierten Polymeren umzuwandeln. Sieber hob hervor, dass diese Arbeit bereits jetzt mit Veröffentlichung und Zitaten in internationalen Fachmagazinen wie dem Green Chemistry Journal weltweit Beachtung gefunden habe. „Es gibt viele Anfragen dazu, bis aus Chile.“ Die Arbeit trägt dazu bei, Risiken beim Umgang mit Stoffen wie Wasserstoffperoxid zu vermindern und künftig zum Beispiel bei Handcremes und Duschgels ökologischere Verfahrenswege zu entwickeln.

Idealer Doktorand, der Probleme erfasst

Sumanth Ranganathan war vor zehn Jahren von der Universität Madras zu einem Chemie- und Bioengineering-Studium nach Hamburg gekommen und hatte ab 2014 in Straubing mit der Promotion begonnen. Den Preisträger nannte Sieber „den idealen Doktoranden, der Probleme erfasst und technisch zielgerichtet umsetzt“. Er ist nun weiter am Lehrstuhl beschäftigt. In seiner auf Englisch gehaltenen Dankrede dankte Ranganathan neben Eltern, Professoren und Förderern insbesondere den Mitarbeitern in den Büros und Sekretariaten für ihre Hilfe im Kampf mit „German bureaucracy“: „I still don’t know how this works“, bekannte er mit einem Lächeln, „ich weiß immer noch nicht, wie die funktioniert.“

Den Master-Preis erhielt Michael Schneider für eine Arbeit zur Energieeffizienz. Schneider hatte als Praktikant des Auto-Zulieferers ZF im Werk Passau das Heizkonzept des rund 80 Jahre alten Gebäudes optimiert und die Energiekosten von rund 800 000 Euro auf 200 000 Euro gesenkt. Für den in den Flitterwochen weilenden Schneider nahm Hubert Holzbauer vom ZF-Energie- und Umweltmanagement den Preis entgegen. „Michael Schneider hat ohne Scheuklappen neue Impulse gebracht“, sagte Holzbauer, „wir können nun einen Teil unserer Heizenergie selber erzeugen, das ist ein großer Erfolg.“

Dank an die, die den Preis ermöglicht haben

Zuvor hatten die Prorektorin des TUM-Campus, Prof. Anja Faße, und Rotary-Präsident Franz Ebenbeck den Ansatz gewürdigt, mit praxisorientierter Forschung Technologie und Nachhaltigkeit zu verbinden. „Das sind Ergebnisse, die in der Region nahtlos umgesetzt werden können“, erklärte Ebenbeck. Rotary-Präsident und Bus-Unternehmer Franz Ebenbeck zur 600 000 Euro-Einsparung beim ZF-Autozulieferwerk Passau: „Wir haben viele Elemente von ZF, und ich hoffe, Sie geben die Einsparungen weiter an die Wirtschaft.“ Auch Hochschulvereins-Chef Franz Prebeck betonte die Stärkung der Region durch die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik: „Für uns ist wichtig, dass Sie in der Region bleiben. Wir brauchen kluge Köpfe.“

OB Markus Pannermayr dankte in einem kurzen Grußwort insbesondere den Preisstiftern: „Danke an die, die den Preis auf den Weg gebracht haben“, und fügte hinzu: „Ich tue das auch im Namen des Landrats, der keine Redezeit beansprucht und trotzdem da ist.“