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Forschungsprojekt MaPolKo im Rahmen der VIP+ Fördermaßnahme des BMBF

Forschungsprojekt MaPolKo im Rahmen der VIP+ Fördermaßnahme des BMBF

Bewilligung des Forschungsprojektes MaPolKo im Rahmen der VIP+ Fördermaßnahme des BMBF

Mit der neuen Hightech-Strategie “Innovationen für Deutschland” hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, Ideen aus der Forschung noch schneller in innovative Produkte, Dienstleistungen und Innovationen für die Gesellschaft zu überführen. Dafür muss die Brücke zwischen akademischer Forschung und ihrer wirtschaftlichen Verwertung bzw. gesellschaftlichen Anwendung weiter gestärkt werden. Die Fördermaßnahme “Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+” setzt hier an und unterstützt Forscherinnen und Forscher dabei, Forschungsergebnisse systematisch zu validieren und Anwendungsbereiche zu erschließen.

Die chemische Industrie setzt traditionell in der Produktion auf petrochemische, d. h.  Erdöl basierte, Produkte. Auf diese Weise werden auch die zur Beschichtung verschiedener Materialien verwendeten Polymere erzeugt. Fossile Polymere könnten jedoch durch mikrobielle Kohlenhydrate in vielen technischen Anwendungen ersetzt werden. Die von Bakterien abgesonderten Vielfachzucker eignen sich durch ihre regelmäßige Anordnung spezifischer funktioneller Gruppen gut als Beschichtungsmaterialien. Sie sind günstig in der Produktion und nachhaltiger in der Gewinnung. Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit, ihre Struktur über gentechnische Modifikation der Mikroorganismen vor der bakteriellen Produktion sowie chemisch nach ihrer Gewinnung zu verändern. So können sie an die Anforderungen der jeweiligen Anwendung angepasst werden.

Am Lehrstuhl für Chemie Biogener Rohstoffe der TU München am Wissenschaftszentrum Straubing wurde eine umfangreiche Bibliothek mikrobieller Kohlenhydrate bzw. von Mikroorganismen, die diese produzieren aufgebaut. Im Vorhaben MaPolKo werden Anwendungstests u.a. in der Papierbeschichtung als Barriere für giftige Stoffe wie z. B. aus Druckfarben und zur Erhöhung der Papierfestigkeit durchgeführt sowie Metallbeschichtungen als Korrosionsschutz getestet. Geeignete mikrobielle Kohlenhydrate der Bibliothek werden in größeren Mengen produziert und entsprechend der Anforderung des Einsatzgebietes modifiziert.

In der Fördermaßnahme mit einem Gesamtumfang von knapp 1 Mio. € über drei Jahre, werden am Lehrstuhl für Chemie Biogener Rohstoffe, neue innovative Anwendungen und Produkte für die sich entwickelnde Bioökonomie erschlossen und bereitgestellt.