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Viel Laborpraxis: Prof. Bastian Blombach (l.) und Margit Klier-Richter (2. v. r.) mit den Studierenden Alexander Lonzer und Fiona Nothaaß. (Bild: Peherstorfer/SRT)

Weniger Erdöl und weniger Energie: Bachelorstudiengang startet im Herbst zum dritten Mal

 

Straubinger Tagblatt | 06.07.2019 | Markus Peherstorfer

Es ist eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft: Wie kann es die chemische Industrie schaffen, weniger Erdöl und weniger Energie zu verbrauchen als bisher? Die Antworten liefert die chemische Biotechnologie. Ziel ist es, „aus nachwachsenden Rohstoffen mit Enzymen oder mikrobiellen Systemen wie Bakterien oder Pilzen Chemikalien herzustellen – Treibstoffe, Pharmavorprodukte und so weiter“, erklärt Prof. Bastian Blombach, Professor für Mikrobielle Biotechnologie am Campus Straubing der Technischen Universität München (TUM). „All das, was die chemische Industrie bislang größtenteils aus Erdöl macht, versucht man zu ersetzen durch nachhaltige Prozesse und Verfahren.“ Und wie das geht, lernt man im Bachelorstudiengang Chemische Biotechnologie am TUM-Campus Straubing.

Die künftigen Absolventen müssen dafür nicht nur die Organismen, die sie nutzen möchten, und die chemischen Prozesse verstehen, sondern auch die Verfahrenstechnik: „Der Wissenschaftler freut sich, wenn er im Labor ein Gramm von seiner gewünschten Substanz produziert“, schildert Studienkoordinatorin Margit Klier-Richter. „Aber dann kommt die Industrie und sagt: ,Das ist ja ganz nett, was du da machst, aber wir brauchen eine Tonne davon.“

„Man muss sich schon hinsetzen und mitmachen, sonst kommt man auch nicht mit“, erzählt Fiona Nothaaß. Die Studentin aus dem Landkreis Schwandorf war im ersten Jahrgang des Bachelors dabei und ist jetzt im vierten Semester. Dabei hatte sie zuerst gar nicht die besten Voraussetzungen, weil sie in der Oberstufe weder Physik noch Chemie hatte. „Auch ohne Vorwissen ist es total machbar“, sagt sie.

Ein Mix aus Mathe, Physik, Chemie, Bio und Technik

In den ersten beiden Semestern erwartet die Studierenden neben viel Mathe und Physik vor allem eine breite Einführung in die Chemie. Dann steigen sie tiefer in die Mikro- und Molekularbiologie ein und beschäftigen sich ausführlich mit Verfahrenstechnik. Ab dem vierten Semester setzen sie in Wahlmodulen eigene Schwerpunkte.

Ein großes Forschungspraktikum im fünften Semester und die Bachelorarbeit sorgen gemeinsam mit den von Beginn an vorgesehenen Laborpraktika für den Praxisbezug. Wer möchte, kann ein Semester an der Universität von Queensland im australischen Brisbane verbringen. Ausgewählte Vorlesungen werden auf Englisch angeboten.

Der Baden-Württemberger Alexander Lonzer ist im zweiten Semester und freut sich, in Straubing gelandet zu sein: „Ich finde, die Stadt ist echt gemütlich und schön.“ Auch Nothaaß fühlt sich am Campus wohl. „Ich wollte in keine Großstadt“, sagt sie und lobt das Betreuungsverhältnis: „Wenn man eine Frage hat, kann man kurz zum Professor gehen, an die Tür klopfen und die Frage stellen.“ In ihrem Semester gibt es nur um die 15 Studierende, bei Lonzer sind es etwa 30. Wer nach den sechs Semestern des Bachelorstudiengangs noch nicht genug hat von Chemischer Biotechnologie, kann ab Sommersemester 2020 einen entsprechenden Master in Straubing draufsetzen. Aber auch jeder andere Master aus dem Bereich Biotechnologie wäre eine mögliche Alternative.

Bewerbung und Webinar

Eine Zulassungsbeschränkung gibt es nicht. Bewerber müssen die allgemeine Hochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife in den Zweigen Technik oder Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie nachweisen. Bewerbungsschluss ist am Montag, 15. Juli. Die Bewerbung erfolgt unter https://www.tum.de/studium/bewerbung. Wer sich für diesen oder einen anderen Studiengang am TUM-Campus Straubing interessiert und noch Fragen dazu hat, für den gibt es am Dienstag, 9. Juli, ein Webinar. Der Zugang dazu findet sich unter https://www.cs. tum.de/de/events/event/webinar-fuer-studieninteressierte.