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20141018-aktuelles-chemie-neubauChemie-Neubau an der Donau: Preise von insgesamt 130 000 Euro ausgelobt

Der Architektenwettbewerb für den Chemie-Neubau des Wissenschaftszentrums geht in die nächste Runde. Aus den eingegangenen Bewerbungen wurden mittlerweile 40 Architekturbüros ausgesucht, die nun konkret zusagen müssen, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. Alle, die mitmachen, erhalten noch im Oktober die Wettbewerbsunterlagen zugeschickt. Welcher Entwurf letztendlich das Rennen macht, entscheidet eine Jury voraussichtlich im April 2015.

Preise in einer Höhe von insgesamt 130 000 Euro warten auf die Gewinner des Wettbewerbs. Vergeben werden vier Preise: Der erste Preis ist mit 46 200 Euro dotiert, der zweite mit 30 800 Euro, der dritte mit 21 000 Euro, der vierte immerhin noch mit 14 000 Euro. Dazu kommen noch vier Anerkennungen mit jeweils 7 000 Euro. Den Auftrag für den Bau wird einer der Gewinner erhalten.

Gebaut werden sollen Instituts-, Labor- und Lehrgebäude für den Bereich „Nachhaltige Chemie“ mit einer Hauptnutzfläche von rund 4 000 Quadratmetern. Dazu wurde ein 15 000 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Donau und Uferstraße vom Freistaat aufgekauft. Für den Neubau stellt das Land Bayern laut einer Mitteilung des Wissenschaftsstaatssekretärs Bernd Sibler von Anfang Juli diesen Jahres 37 Millionen Euro zur Verfügung.

„Wenn feststeht, wie viele Büros sich tatsächlich am Wettbewerb beteiligen, startet die Auslobung, und die Wettbewerbsunterlagen werden verschickt“, erklärt Norbert Sterl das weitere Vorgehen beim Wettbewerb. Sterl ist Leiter des Bereichs Hochbau beim Staatlichen Bauamt Passau und damit auch zuständig für die Hochschulbauten in der Region. Die Auslobung startet noch im Oktober. Im November können sich die teilnehmenden Architekten dann im Rahmen eines Kolloquiums vor Ort noch genauer über das Vorhaben informieren. Voraussichtlich im April 2015 werde schließlich eine Jury in einer zweitägigen Sitzung die eingegangenen Entwürfe diskutieren und deren Reihenfolge festlegen. Dabei gehe es darum, die beste Lösung in puncto Nutzung sowie in technischer und gestalterischer Hinsicht zu finden. Und natürlich werden auch die Kosten bei der Auswahl eine nicht unerhebliche Rolle spielen.

Die Jury setzt sich aus fachlich versierten Preisrichtern und Vertretern der Nutzer sowie finanzierenden Stellen zusammen. Vonseiten der Stadt sind Oberbürgermeister Markus Pannermayr und Leitender Baudirektor Wolfgang Bach dabei. Auch Vertreter des Wissenschaftszentrums haben Sitze in der Jury, ebenso Norbert Sterl selbst.
2018 sollte der Chemie-Neubau des Wissenschaftszentrums eigentlich fertig sein – so lautete zumindest einmal das Ziel. Doch ob diese Vorgabe eingehalten werden kann, wird inzwischen bezweifelt. Auch Norbert Sterl kann dazu derzeit noch keine Aussage treffen. Das, so sagt er, sei erst möglich, wenn feststehe, welcher Entwurf letztendlich umgesetzt wird: „Erst dann kann eine Kostenschätzung und auch ein Terminplan aufgestellt werden.“
Suche nach Übergangslösung für Chemie-Neubau.

Weil der Chemie-Neubau für das Wissenschaftszentrum Straubing mit größter Wahrscheinlichkeit nicht wie ursprünglich geplant 2018 fertig sein wird, suchen die Verantwortlichen händeringend nach einer Übergangslösung. Die besteht aus einem Ersatzbau in Form von Containern, die rund drei Millionen Euro kosten sollen.

Im Auftrag des Wissenschaftsministeriums haben die Verantwortlichen im Wissenschaftszentrum inzwischen alle Informationen über diese Container-Lösung zusammengetragen, sei es hinsichtlich der Kosten, der Größe und der Ausstattung. Das bestätigt Geschäftsführer Dr. Norbert Fröhlich auf Anfrage des Straubinger Tagblatts. Kopfzerbrechen bereiten derzeit noch die Fragen, wie diese Container-Lösung möglichst schnell realisiert werden kann und vor allem, an welchem Standort das geschehen könnte.

Für eine Laborfläche von 500 Quadratmeter rechne man inklusive aller Versorgungsanlagen mit einer benötigten Gesamtfläche von rund 700 Quadratmeter, erklärt Fröhlich. Die Container könnten zwar mehrere Stockwerke bilden, dennoch brauche man eine Grundfläche von 250 bis 400 Quadratmeter. Dafür in der unmittelbaren Umgebung des Wissenschaftszentrums an der Schulgasse einen Platz zu finden, sei nicht leicht. An einen anderen Ort auszuweichen sei zwar theoretisch möglich, doch „im Sinne einer gemeinsamen Forschung“ am Standort Schulgasse nicht erstrebenswert. Wie aus der Stadtverwaltung zu erfahren war, ist der Parkplatz im Hof des Wissenschaftszentrums als Container-Standort im Gespräch.

Bei den Kosten dagegen zeichnet sich offenbar eine Lösung ab. Eine Beteiligung des Wissenschaftsministeriums sowie Einsparungen bei anderen Maßnahmen des Wissenschaftszentrums sollen die Finanzierung ermöglichen. Damit müsste die Stadt selbst kein Geld für die Container aufbringen.

Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle hatte im August in einem Interview mit unserer Zeitung von einer niedrigen siebenstelligen Summe als Kosten für die Container gesprochen und eine „Beteiligung“ des Freistaats in Aussicht gestellt. Ministeriumssprecher Ludwig Unger bestätigt diese Aussage nochmals und verweist darauf, Spaenle habe „nicht von Almosen gesprochen“, sondern von einem „ordentlichen Betrag“. Unger: „Unser Ziel ist es, dass der ordentliche Betrieb am Wissenschaftszentrum läuft.“

Im November soll dem Vernehmen nach ein Gespräch im Wissenschaftsministerium stattfinden, bei dem grünes Licht für die Container-Lösung erwartet wird.
Quelle: Straubinger Tagblatt | Straubinger Rundschau | 18.10.2014

WZ-Straubing | 18.10.2014