Grundlage der Bewertung sind unter anderem die Entwicklung von Umsatz, Nachfrage, Auftragslage und Kostenstruktur. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Geschäftsklima 2025 spürbar verbessert. Kurzfristig erwarten viele Unternehmen eine stabile wirtschaftliche Entwicklung, während der Anteil positiver Einschätzungen weiter zugenommen hat. Auch in der längerfristigen Perspektive dominiert der Optimismus: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einer positiven Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Straubing. Dies deutet auf ein gewachsenes Vertrauen in die regionale Wirtschaftskraft hin.
Hohe Energiepreise bleiben Herausforderung
Im Vergleich mit anderen bayerischen Regionen ordnen die Unternehmen Straubing auf einem ähnlichen Niveau ein, verweisen jedoch zugleich auf konkrete Verbesserungspotenziale. Im bundesweiten Vergleich wird der Standort überwiegend besser bewertet, während der europäische Vergleich kritischer ausfällt. Als zentrale Herausforderungen nennen die Unternehmen insbesondere hohe Energiepreise, zunehmende regulatorische Anforderungen sowie Standortvorteile anderer europäischer Regionen.
Ein weiterer Schwerpunkt des STRANAX 2025 liegt auf nachhaltigen Unternehmenspraktiken. Viele Unternehmen in Straubing setzen weiterhin entsprechende Maßnahmen um, insbesondere in den Bereichen Recycling, Abfallmanagement und umweltschonende Mobilität. Weniger verbreitet sind hingegen Schulungen zur internen Sensibilisierung sowie ressourcenschonende Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Der Rückgang dieser Aktivitäten ist weniger als Bedeutungsverlust von Nachhaltigkeit zu interpretieren, sondern vielmehr als Hinweis auf gestiegene Investitions-, Bau- und Finanzierungskosten.
Im nationalen Vergleich schätzen sich Straubinger Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit weiterhin als durchschnittlich engagiert ein, im europäischen und internationalen Vergleich hingegen als überdurchschnittlich. Gleichzeitig wird Nachhaltigkeit im Jahr 2025 seltener als klarer wirtschaftlicher Vorteil wahrgenommen.
Unternehmen kritisieren geringe staatliche Unterstützung
„Kritisch beurteilt werden zudem die politischen Rahmenbedingungen. Die Mehrheit der Unternehmen berichtet von einer geringen staatlichen Unterstützung bei der Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen“, sagt Autor Andreas Pondorfer, Inhaber der Professur für Sustainable Economic Policy am TUMCS. Als zentraler Treiber nachhaltigen Handelns bleibt jedoch die Attraktivität als Arbeitgeber, insbesondere im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte.
Insgesamt zeigt der STRANAX 2025 für den Wirtschaftsstandort Straubing eine stabile Entwicklung mit vorsichtig positivem Ausblick. Nachhaltigkeit bleibt ein relevantes Handlungsfeld, wird jedoch zunehmend durch regulatorische Vorgaben geprägt und differenzierter als Wettbewerbsfaktor bewertet. Die Ergebnisse liefern damit eine fundierte Grundlage für die weitere wirtschafts- und nachhaltigkeitspolitische Diskussion auf kommunaler Ebene.