Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betonte in seinem Grußwort zur Veranstaltung nicht nur das große Potenzial nachwachsender Rohstoffe, sondern auch Straubings Rolle als Leuchtturm: „Das KoNaRo begleitet die gesamte Wertschöpfungskette, von der Pflanze auf dem Feld bis zum marktfähigen Produkt – und hat sich dabei in den vergangenen 25 Jahren zu einem international anerkannten Innovationsstandort entwickelt.“ Im Anschluss überreichte der Minister die beiden traditionsreichen Preise der Nachhaltigkeit, die seit vielen Jahren herausragende Leistungen im Feld der heimischen Rohstoffe würdigen. „Die diesjährigen Preisträger zeigen eindrucksvoll, wie Wirtschaftlichkeit und regionale Wertschöpfung zusammenwirken können“, so Aiwanger.
Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe: Biogas‑betriebenes Wärmenetz als Modellprojekt
Den Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2025 überreichte der Minister an die SPCTRM Engineering GmbH, die Gemeinde Röslau, die Schubert Energie GbR und das gemeinsame Kommunalunternehmen Oberes Egertal. Ihr Projekt „Wärmenetz Röslau“ ist eine Initiative von Kommune, Wirtschaft und regionalen Partnern zur Umsetzung einer nachhaltigen Wärmeversorgung, die auf Biogas aus regionaler Landwirtschaft basiert. Gerade die besonders effiziente und koordinierte Umsetzung bei der „ein Rad in das andere greift“, wie es Projektleiter Michael Stumpe bei der Preisübergabe beschrieb, sowie die intelligente Verbindung unterschiedlicher Infrastrukturmaßnahmen zeichnen das Projekt aus. Die hervorragende Zusammenarbeit, die auch von einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung mitgetragen wurde, bestätigte Bürgermeister Heiko Tröger. „Ein Modell mit Vorbildcharakter weit über die Region hinaus“, attestierte auch Aiwanger.
Ernst-Pelz-Preis: Weltweit erste Fleecejacke auf Holzbasis
Mit dem Ernst-Pelz-Preis 2025 zeichnete Aiwanger die Vaude Sport GmbH & Co. KG und die UPM Biochemicals Sale GmbH aus. Im Zuge des gemeinsamen Projektes entstand die weltweit erste Fleecejacke auf Holzbasis. „UPM macht sich seit vielen Jahren Gedanken, in welche Richtung man als Unternehmen gehen kann, um das Thema Holz auf die nächste Stufe der Wertschöpfung zu bringen“, erklärt Holger John (Sales Manager bei UPM Biochemicals) die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Mit ihrer Bioraffinerie in Leuna wandelt UPM lokales, zertifiziertes Buchenholz, sogenanntes Industrieholz, in biochemische Produkte um. Gemeinsam mit Partnern wie VAUDE sollen hier Routen für Polyester auf nachwachsender Basis aufgebaut werden. „Es geht um Werterhalt“, so René Bethmann (Senior Innovation Manager bei VAUDE Sport GmbH & Co. KG). „Hierzu brauchen wir einen Rohstoff, der regional verfügbar ist, den wir regional umsetzen können und bei dem wir die Transparenz gerade bei der so entscheidenden Gewinnung hier in Deutschland sicherstellen können. Es geht darum, dass wir wirklich die Möglichkeit haben mit dieser Technologie global zu skalieren.“ Es sei perspektivisch nicht nachhaltig Polyester etwa nur aus recycelten Flaschen und Textilien herzustellen. „Die Preisträger zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in der Verbindung von Forschung und industrieller Anwendung steckt“, so der Minister.
25 Jahre KoNaRo: Straubing, ein Ort mit Schubkraft
In ihrer Festrede zum Jubiläum hob die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber besonders hervor, welche enorme Innovations- und Anziehungskraft das Kompetenzzentrum in den vergangenen 25 Jahren entwickelt habe. „Straubing ist längst weit mehr als ein Standort. Straubing ist ein Versprechen: Hier wachsen Ideen, hier werden Innovationen erprobt, hier wird aus Forschung konkrete Anwendung. Nirgendwo sonst in Europa findet man diese Dichte an Kompetenz, Forschung, Information und Praxis rund um nachwachsende Rohstoffe wie hier“, betonte Kaniber. Man sei stolz, was in Straubing geschafft wurde, sehe aber gleichzeitig den Auftrag weiterzumachen. Sie unterstrich die zentrale Bedeutung heimischer Biomasse aus Land- und Forstwirtschaft für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung. Oberbürgermeister Markus Pannermayr betonte in seinem Schlusswort die wichtige Verbindung von Ökonomie und Ökologie. Aus dem ODER müsse ein UND werden, nur so seien die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt. Hierüber müsse eine grundsätzliche Einigkeit bestehen, um einerseits für Planungssicherheit zu sorgen – auch über Legislaturperioden hinaus – und gleichzeitig genug Gestaltungsspielraum zu haben.