Der Sonderforschungsbereich (SFB) „Eisen, neu gedacht!“ wird aufgrund seiner erfolgreichen Forschungsarbeit ab Sommer 2026 für eine zweite Förderperiode bis Ende 2029 verlängert. Damit setzt der interdisziplinäre Forschungsverbund ein starkes Zeichen für die Bedeutung nachhaltiger Materialforschung in Deutschland.
Im Zentrum des SFB steht die Frage, wie Materialien und Prozesse künftig ohne seltene, toxische oder kritische Elemente auskommen können. Solche Stoffe sind bislang in zahlreichen Schlüsseltechnologien unverzichtbar – etwa in der Elektronik, in industriellen Katalysatoren oder in magnetischen Anwendungen. Ziel des SFB ist es, mit Eisen eine nachhaltige, verfügbare und umweltfreundliche Alternative systematisch zu erschließen.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Kramm (TU Darmstadt) arbeiten Forschende aus mehreren Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen, darunter die Rhein-Main-Universitäten Frankfurt und Mainz sowie die Universitäten Heidelberg, Paderborn, Bayreuth, die Technische Universität München und das Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion.
Auch der TUM Campus Straubing ist an dem erfolgreich verlängerten Forschungsverbund beteiligt: Die Professur Sustainable Energy Materials von Prof. Dr. Marc Ledendecker trägt im Teilprojekt C06 „Influence of the Coordination and Surrounding of Iron-Based Materials on the Electrochemical Stability“ zur Erforschung eisenbasierter Materialien bei. Der Fokus liegt hierbei auf der gezielten Beeinflussung elektrochemischer Stabilität – ein zentraler Aspekt für nachhaltige Energiesysteme und zukünftige Anwendungen.
Eisen gilt als vielversprechender Schlüsselwerkstoff, da es weltweit verfügbar, kostengünstig und vergleichsweise umweltfreundlich ist. Gleichzeitig stellt seine hohe Reaktivität eine Herausforderung dar. Der SFB verfolgt daher die Vision, durch gezielte Kontrolle der chemischen Umgebung von Eisen seine Eigenschaften so zu steuern, dass es für nachhaltige Anwendungen nutzbar wird.
Die möglichen Einsatzbereiche reichen von der ressourcenschonenden Produktion von Basischemikalien über Anwendungen in Brennstoffzellen bis hin zu innovativen magnetischen Materialien, etwa für Kühlsysteme oder Windenergieanlagen. Mit seiner Beteiligung am verlängerten SFB leistet der TUM Campus Straubing einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung dieser Zukunftstechnologien.