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160510-aktuelles-bit-forscher-in-downunderZwei Straubinger Wissenschaftlerinnen absolvieren Forschungsaufenthalt zum Thema HIV im australischen Melbourne

Die wissenschaftlichen Aktivitäten am Wissenschaftszentrum Straubing werden immer internationaler: Jetzt sind zwei Bioinformatikerinnen von einem mehrwöchigen Forschungsaufenthalt am Burnet Institute for Medical Research & Public Health Melbourne (Australien) zurückgekehrt. Dr. Mona Riemenschneider und Michaela Smejkal forschen zusammen mit australischen
Forschern an Therapieverbesserungen für HIV-infizierte Menschen. HIV-Patienten (HIV = Humanes Immundefizienz-Virus) werden heute unter anderem mit Medikamenten behandelt, welche das Eindringen der Viren in die Wirtszellen verhindern, so genannte Entry-Inhibitoren.

„Damit wird verhindert, dass das Virus in die Zellen gelangt und sich dort vermehrt“, so Informatikerin Dr. Mona Riemenschneider von der Professur Bioinformatik am Wissenschaftszentrum Straubing. Die dafür verantwortlichen genetischen Rezeptoren werden im Rahmen eines internationalen Projektes zwischen dem Straubinger Professor Dr. Dominik Heider und seinem australischen Kollegen Professor Dr. Paul R. Gorry mittels computer-gestützter Algorithmen untersucht. Die beiden Arbeitsgruppen nutzen dabei unterschiedliche Ansätze. Die Kombination dieser Techniken könnte dazu beitragen, dass sich Vorhersagen zur Zell- oder Gewebeinfektion durch das HI-Virus sowie Vorhersagen zu möglichen Resistenzen deutlich verbessern lassen.

Die deutsche Arbeitsgruppe forscht darüber hinaus im Bereich des sogenannten „High Performance Computing“ (HPC) und bringt damit zusätzlich einen stark innovativen Forschungszweig in die deutsch-australische Kooperation mit ein. Diese Verfahren beschleunigen die Analyse der genetischen Daten, so dass die Ergebnisse der Analyse des Patientenblutes innerhalb von zwei bis drei Tagen vorliegen. Die neu entwickelten Methoden tragen dazu bei, nicht nur verlässlichere und schnellere, sondern auch kostengünstige Hilfestellung bei der antiretroviralen Therapie zu geben. Bisher kann das aufwändige Analyseverfahren in diagnostischen Laboren mitunter mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Diese Daten aus der Analyse sind erforderlich, um die Therapie abzustimmen. Dabei geht wertvolle Therapiezeit verloren und die Krankheit schreitet in der Zwischenzeit weiter fort.

Die Umsetzung des in diesem Projekt geplanten Vorhabens kann zu einer besseren und kostengünstigeren Therapie von HIV-infizierten Menschen beitragen, insbesondere in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen und kann eine personalisierte Behandlung ermöglichen. Das Projekt hat zudem generell eine sehr hohe Relevanz in der klinischen und pharmazeutischen Forschung, da die zu entwickelnden Algorithmen auch in anderen Bereichen der medizinischen und pharmazeutischen Forschung angewendet werden können.

In diesem  Sommer erwarten die Straubinger Forscher im Gegenzug australischen Besuch am Wissenschaftszentrum. Anfang 2017 werden die Straubinger Forscher erneut nach Australien reisen.

Der Austausch wurde auf deutscher Seite gefördert vom DAAD aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

WZS-Presseinformation | 10.05.2016