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Wurden die Gegenstände richtig einsortiert? Die Studentinnen kontrollieren und erklären, aus welchen nachwachsenden Rohstoffen die einzelnen Produkte gefertigt wurden. (Bild: Straubinger Tagblatt)

Stu­den­tin­nen des TUM Cam­pus zu Gast am Ur­su­li­nen-Gym­na­si­um

Die Klassen 6a und 6c des Ursulinen-Gymnasiums bekamen am Montagnachmittag Besuch von vier Masterstudentinnen des Studiengangs „Nachwachsende Rohstoffe“ am TUM Campus Straubing. Die Studentinnen Christina Stahl, Lorena Krickl, Anna Eiglsperger und Verena Draeger hielten im Rahmen des Studienmoduls „Nachwachsende Rohstoffe (Nawaro) an Schulen“ einen studienorientierten Unterricht zum Thema Nachwachsende Rohstoffe und ihre Verwendung.

Ziel sei es, den Schülern zu zeigen, was man in Straubing studieren kann, so Lehrbeauftragter Joseph Emich Rasch. Die Studenten lernten dabei rhetorische und pädagogische Grundlagen, um die umfangreichen und wissenschaftlichen Inhalte verständlich und anschaulich an Schüler aller Altersgruppen zu vermitteln. Gleichzeitig leisteten die Studenten auch Öffentlichkeitsarbeit.

Gleich zu Beginn waren die Schülerinnen gefragt und durften bei einer Ideensammlung alles aufschreiben, was ihnen zum Thema nachwachsende Rohstoffe einfiel. Genannt wurde unter anderem Gras, Getreide, Raps, Zuckerrüben, Sonnenblumen, Mais, Holz und noch einiges mehr. Bei Nawaro handle es sich um land- oder forstwirtschaftlich erzeugte Produkte, die nicht als Nahrungs- oder Futtermittel verwendet würden, erklärten die Studenten den Begriff. Nachwachsende Rohstoffe würden stofflich oder energetisch genutzt und der aktuelle Flächenanteil in Deutschland betrage 2,65 Millionen Hektar, also etwa 20 Prozent der Ackerfläche.

In ihrem Masterstudiengang gebe es vier Schwerpunkte, nämlich Anbau, energetische Nutzung, stoffliche Nutzung und Ökonomie, so die Studenten. „Vom Anbau über die Verwendung bis hin zum Vertrieb.“

Anschließend wurden verschiedene nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Mais und Raps näher erklärt. Holz könne energetisch (Bioenergie) und stofflich (Materialrohstoff) genutzt werden, es leiste einen positiven Beitrag zum Klimaschutz, man müsse aber darauf achten, nicht zu viel Holz abzuholzen, denn man dürfe nur so viel Holz verwenden, wie auch nachwachsen könne, wiesen die Studenten auch auf einen Nachteil der Holznutzung hin.

Auch beim Mais, dem am häufigsten angebauten, nachwachsenden Rohstoff in Deutschland, gebe es Vor- und Nachteile. Mais sei eine schnell wachsende Pflanze, die energetisch und stofflich genutzt werden könne und habe geringe Standortansprüche. Allerdings bestehe die Gefahr der „Vermaisung“ der Landschaft und ein Verlust der Biodiversität. Der so schön gelb blühende Raps sei ebenfalls wieder stofflich und energetisch nutzbar. Als Biodiesel sei Raps gut für die Umwelt, und Rapskuchen als Futtermittel sei eiweiß- und fettreich. Allerdings brauche Raps auch viel Düngung, was zu Grundwasserverschmutzungen beitragen könne und notwendige Pflanzenschutzmittel seien schlecht für die Bienen. Auch die „Tank-Teller-Trog“-Diskussion sprachen die Studenten kurz an und erklärten den Schülerinnen, dass damit die Konkurrenz von Energiegewinnung, Nahrungsmittel und Futtermittel gemeint sei und sie forderten die Mädchen auf, sich einmal selbst zu dieser Problematik Gedanken zu machen.

Bei einem anschließenden Quiz durften die Schülerinnen verschiedene Gegenstände nach Holz, Mais, Raps oder anderes Material sortieren. Manche Gegenstände waren einfach zuzuordnen, andere Sachen wie beispielsweise eine Schale aus Bioplastik wurden nicht sofort als solches erkannt. Zum Schluss beantworteten die Studenten gerne noch einige Fragen, darunter auch zu Bioplastik und die Schülerinnen konnten sich noch über eine kleine Überraschungstüte für ihre gute Mitarbeit freuen.

Quelle: Straubinger Tagblatt, 27.06.2018