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Seit dem 1. März 2018 gibt es ein Green Office am TUM Campus Straubing (v.l.: Dr.-Ing. Norbert Fröhlich, Geschäftsführer des TUM CS, Adrian Heider und Jonathan Bauer vom Green Office und Prof. Volker Sieber, Rektor des TUM CS.).
Foto: Jan F. Turner

Studierende am TUM Campus Straubing setzen sich für Ökologie und Nachhaltigkeit ein

Nicht nur Ökologie und Nachhaltigkeit studieren, sondern direkt umsetzen. Studierende starteten zum 1. März 2018 ein „Green Office“ in Straubing. Diese internationale Studierendeninitiative möchte die Universität und ihr Umfeld ökologisch, sozial, ökonomisch und kulturell nachhaltiger gestalten.

„2016 startete der Arbeitskreis Umwelt am Campus. Zu Beginn wollten wir unseren Campus durch Recycling, Mülltrennung und Müllvermeidung nachhaltiger und umweltfreundlicher gestalten“, sagt der 20-jährige Jonathan Bauer aus Würzburg, einer von zwei studentischen Mitarbeitern des Green Office Straubing. „Nach einem Besuch beim lokalen Abfallentsorger ZAW und weiteren Verhandlungen mit der Stadt haben wir als ersten Schritt erreicht, dass auf dem Unigelände eine Wertstoffinsel zur Entsorgung des privaten Plastikmülls der Studenten aufgestellt wurde. Die Idee ist, dass der getrennte Müll dort abgegeben werden kann, wo man sowieso jeden Tag hingeht. Auch die Einweg-Kaffeebecher in der Mensa wurden auf unsere Initiative bereits durch Pfand-Porzellantassen ersetzt. Unerwartet viel Aufmerksamkeit hat die Aktion „Müllvorhang“ am Stadtturm erhalten, wo wir exemplarisch gezeigt haben, wieviel Plastikmüll eine vierköpfige Familie erzeugt.“

Die Leitung des TUM Campus Straubing hat im Herbst 2017 zusammen mit dem Arbeitskreis Umwelt ein Seminar in der Jugendbildungsstätte Windberg – Umweltstation zum Thema „Green Office“ besucht. „Sehr schnell wurde klar, dass ein Green Office ideal zum TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit passt“, sagt Dr.-Ing. Norbert Fröhlich, Geschäftsführer des TUM Campus Straubing. „Mit den sehr engagierten Studierenden des AK Umwelt haben wir schon die richtigen Leute dafür.“

Ein Kernaspekt: Studentische Initiativen zu Nachhaltigkeit und Ökologie stärker zu etablieren und sie an die Verwaltung der jeweiligen Hochschule anzubinden. Im Green Office erhalten die Studierenden Büroraum und Mittel von der Hochschule gestellt. Eine Kerngruppe wird als Hilfskräfte angestellt, gleichzeitig bekommen sie administrative Begleitung. Die Leitung liegt bei den Studierenden. Sie werden unterstützt durch eine erfahrene Hochschulmitarbeiterin, die bei hochschulinternen Abläufen hilft, wie zum Beispiel Vorschlägen in Hochschulgremien einbringen bis hin zu gestalterischen Maßnahmen an Gebäuden. Damit ist des Green Office nachhaltig gesichert, selbst wenn die aktuellen Studierenden mit ihrem Studium fertig sind und neue Studierende kommen. Die Idee, Green Offices auf diese Weise zu organisieren, entstand 2010 an der Universität Maastricht und verbreitete sich über die Universität Wageningen schnell in den Niederlanden und Belgien. Inzwischen gibt es über 60 Green Offices in Europa. 2015 entstand in Konstanz das erste in Deutschland. Mit dem Green Office in Straubing gibt es neben Augsburg nun auch das zweite in Bayern.

Die Projekte der Green Offices sollen nachhaltiges Denken in die Gesellschaft transportieren. Gleichzeitig möchten die Studierenden Wissenschaft, Forschung und Bildung auf diesem Gebiet voranbringen sowie Synergieeffekte von Wissenschaft und Gesellschaft nutzen. Das Green Office-Konzept dient als Plattform und gemeinsamer Nenner für nachhaltigkeitsinteressierte Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Universitäten.

„In Zukunft wollen wir uns den ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeitsaspekten widmen, sagt der 20-jährige Adrian Heider aus Pfaffenhofen an der Ilm, ebenfalls studentischer Mitarbeiter des Green Office Straubing. „Wir haben gut umsetzbare Ideen, wie wir zukünftig den ganzen Campus sowie die Stadt Straubing mit einbinden werden. Darüber hinaus planen wir eine nachhaltigere Ernährung mit Bio-Lebensmitteln in der Mensa, Foodsharing, die Verbesserung der gesellschaftlichen Aspekte am Campus, Workshops, Vorträge, Hörsaalkino, Exkursionen und die Einführung von Bio-Kleidung.“

Kontakt:
Jonathan Bauer und Adrian Heider
Green Office am TUM Campus Straubing
Schulgasse 22
Tel: 09421-187113
E-Mail: info.cs@tum.de