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Studieninteressierte erfahren in den Vorlesungen, wie der Alltag als Student am TUM-Campus ist. (Bild: Straubinger Tagblatt)

Kei­ne Pflicht­ver­an­stal­tung: Schnup­pers­tu­di­um am TUM-Cam­pus

Eine Vorlesung besuchen, mit Studierenden über ihren Alltag sprechen oder an einer Campusführung teilnehmen – zukünftige Abiturienten konnten am Mittwoch unverbindlich erleben, wie es als Student am TUM-Campus sein könnte.

Für die Studenten ist es ein Tag wie jeder andere. Auf dem Vorlesungsplan der Bachelor-Studiengänge TUM-BWL, Chemische Biotechnologie und Nachwachsende Rohstoffe stehen Kostenrechnung, Chemische Prozesstechnik, Chemische Thermodynamik, Pflanzenproduktion, Numerische Simulation in der Energietechnik, BWL und Spezielle Organische Chemie. Nur eines ist heute anders: In den hinteren Reihen sitzen künftige Abiturienten. Während die einen eifrig mitschreiben, lauschen die anderen dem Professor und wissen oft nicht so genau, wovon er eigentlich spricht.

Doch um den Inhalt der Vorlesung geht es nicht. „Studieninteressierte sollen einen Einblick in den Alltag eines Studenten bekommen“, erklärt Friedrich Münch, Pressesprecher des TUM-Campus. Worauf kommt es an, wann entscheide ich mich für einen Schwerpunkt, wie sieht ein Modulplan aus – diese Fragen sollen am Ende des Tages beantwortet sein.

„Es ist gut, zu sehen, wie es hier läuft“, sagt Fiona Stauber aus Irlbach. Auch wenn sie von der Vorlesung in Chemischer Prozesstechnik nicht viel verstanden hat, abschreckend findet sie das nicht. „Mir fehlte einfach das Vorwissen. Das ist klar, mitten unterm Semester.“ Dennoch hatte sie Gelegenheit, sich die Studiensituation anzuschauen. „Die ist anders als an den Unis, die ich mir bisher angesehen habe. Viel persönlicher. Ich denke, das hat viele Vorteile.“

Auch Tassilo Wolff aus München gefällt die Atmosphäre in den Vorlesungen. Ursprünglich wollte er Industrial Design studieren, doch dann hat er im Urlaub im Bayerischen Wald einen Straubinger getroffen. „Er hat mir vom Campus erzählt und von den Möglichkeiten, die man hier hat“, erzählt Wolff. Seitdem hat er über ein Studium der Nachwachsenden Rohstoffe nachgedacht. Heute ist er zum ersten Mal in Straubing. „Mir gefällt die Stadt, die schönen Gebäude und die Nähe zur Donau.“ Ab Oktober will er hier studieren. Dann wird er auch hier her ziehen. „Pendeln ist nicht möglich. Leider ist die Zugverbindung zu schlecht.“ Das Schnupperstudium soll helfen, sich für einen der Studiengänge zu entscheiden.

Ylva Miksch aus Geiselhöring informiert sich über den Studiengang Nachwachsende Rohstoffe. „Ich interessiere mich für Umweltschutz und will wissen, welche Möglichkeiten es gibt.“ Dass die Vorlesung Chemische Prozesstechnik für sie zum Teil unverständlich war, stört sie nicht. „Ich habe halt nicht die nötigen Vorkenntnisse. Im Studium ist das hoffentlich anders.“ Sie findet es super, dass das Schnupperstudium unverbindlich ist. „Man kann selbst entscheiden, was einen interessiert und was nicht“, sagt Ylva Miksch.

„Wie viele Studieninteressierte da waren, wissen wir nicht“, erklärt Friedrich Münch, Pressesprecher des TUM-Campus. Interessierte konnten kommen und gehen, wann immer sie wollen, „denn ein Schnupperstudium sollte keine Pflichtveranstaltung sein“.

Quelle: Straubinger Tagblatt, 02.06.2018